Was die IHHT-Therapie ist und wobei sie helfen kann

Wenn das vegetative Nervensystem im Ungleichgewicht ist und der Körper Stress nicht mehr richtig abbaut, sind oft die Mitochondrien in unseren Körperzellen betroffen. Eine Therapieform zur Stärkung der Mitochondrien ist die sogenannte IHHT-Therapie.

Die Mitochondrien gleichen kleinen Kraftwerken in den Zellen und sind vor allem für die Energieversorgung zuständig. Mehrere Tausend dieser kleinen Organellen stecken in jeder normalen Körperzelle. Beschädigte Mitochondrien können vom Körper selbst aussortiert und neue Exemplare gebildet werden. Sauerstoffentzug eignet sich insbesondere zur Förderung der Bildung neuer Mitochondrien.

Atmen wir Luft ein, die weniger Sauerstoff enthält als normalerweise, löst dies einen Sauerstoffmangel in den Zellen aus. Ein schwankender Sauerstoffgehalt bedeutet für die Mitochondrien wiederum einen besonderen Stress, dem die geschwächteren Mitochondrien nicht standhalten. Durch diesen Reiz werden beschädigte, alte Mitochondrien daher gezielt zerstört und die Bildung neuer, gesunder Mitochondrien wird gesteigert. Das stärkt die körpereigenen Selbstheilungskräfte.

Die IHHT-Therapie macht sich diesen Effekt zunutze. Das Ziel dabei ist es, die Zahl intakter Mitochondrien wieder zu erhöhen – und dem Körper somit wieder zu mehr Energie und Kraft zu verhelfen. Die IHHT-Therapie ist eine Art Höhentraining für die Zellen und hat ähnliche Effekte wie ein Aktivurlaub in den Bergen. Im Ausdauer- und Leistungssport ist das Höhentraining (Hypoxietraining) seit langem als eine Maßnahme zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit bekannt und wird daher bereits seit Jahrzehnten erfolgreich von vielen Leistungssportlern eingesetzt.

Dieses Prinzip machen sich im Übrigen auch Fußball-Nationalmannschaften vor Wettkämpfen zu Nutze und trainieren in Höhenlagern oder lassen zum Teil ihre Spieler in Hypoxie-Kammern übernachten, welche z.B. den Sauerstoffgehalt eines 2.500m hohen Berges simulieren.

 

So läuft die IHHT-Therapie ab

„IHHT“ steht für Sauerstoff-Intervall Hypoxie-Hyperoxie-Training. Dabei wird dem Patienten im Abstand von einigen Minuten abwechselnd sauerstoffärmere und sauerstoffreichere Luft über eine Atemmaske zugeführt. Anders als ein Höhentraining in den Bergen ist die IHHT-Therapie jedoch nicht anstrengend, sondern gleicht eher einer Tiefenentspannung. Die Zellen arbeiten währenddessen jedoch auf Hochtouren.  Der Patient liegt während der rund 45-minütigen Behandlung entspannt auf einer Liege. In der Regel wird die Therapie in mehreren Sitzungen durchgeführt. Nach einer Behandlung fühlen sich die Patienten möglicherweise im Einzelfall anfangs noch etwas müde, da zunächst teilweise Mitochondrien zu Grunde gehen, die Erholung tritt aber im Regelfall schon kurze Zeit später ein.

Da die Patientensicherheit beim Hypoxietraining höchste Priorität hat, kommen begleitend gleich zwei Pulsoximeter zum Einsatz, welche den Sauerstoffgehalt im Blut parallel aufzeichnen. Es werden laufend weitere Messdaten ermittelt, welche live am Bildschirm mitverfolgt werden können.

 

Diese Effekte kann die Therapie haben

Mehr gesunde Mitochondrien sorgen in den Zellen für mehr Energie. Die IHHT-Therapie kann die Leistungsfähigkeit steigern und für mehr Wohlbefinden sorgen. Der Energie- und Fettstoffwechsel kann angeregt werden. Dadurch kann diese Therapie im Einzelfall auch die Gewichtsabnahme unterstützen. Der Parasympathikus, der Entspannungsnerv des vegetativen Nervensystems, kann ebenfalls unterstützt werden, dadurch kann der Körper im Einzelfall besser mit Stress umgehen. Diese Therapie kann insbesondere zur Vorsorge, sowie zur Leistungssteigerung, als auch im Einzelfall zur Begleitung des Heilungsprozesses eingesetzt werden.